Das Bitcoin-Angebot an Börsen sinkt auf ein 2-Jahres-Tief aufgrund geringen Verkaufsinteresses, während gleichzeitig die Nachfrage durch ETF-Zulassungen und Inflationsschutz steigt. Trotz regulatorischer Unsicherheiten und Warnungen vor einer möglichen Kurskorrektur, deutet die Verknappung auf einen anhaltenden Preisanstieg hin, befeuert durch das bevorstehende "Halving"-Ereignis.
Der Bitcoin-Markt zeigt ein interessantes Phänomen: Das Angebot an Bitcoin auf Kryptobörsen schrumpft, während die wöchentlichen Zuflüsse fast den niedrigsten Stand seit zwei Jahren erreicht haben. Cointelegraph berichtet, dass dies auf ein abnehmendes Verkaufsinteresse und eine mögliche Verknappung des Angebots hindeutet.
Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu den Turbulenzen, die den Kryptomarkt in der jüngeren Vergangenheit erschüttert haben. Der FTX-Zusammenbruch im November 2022 und die darauffolgende Verurteilung von Gründer Sam Bankman-Fried, ebenso wie die Anklage gegen Binance-Gründer Changpeng Zhao wegen Geldwäsche, haben das Vertrauen in die Branche stark belastet. Trotz dieser Ereignisse und der anhaltenden Skepsis von Regulierungsbehörden wie Gary Gensler, dem Vorsitzenden der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission), erlebt Bitcoin einen erneuten Preisanstieg.
Die Genehmigung von Bitcoin-ETFs (Exchange Traded Funds) durch die US-Finanzaufsicht im Januar dieses Jahres hat wesentlich zu diesem Aufschwung beigetragen. Jeff Billingham, Direktor für strategische Initiativen beim Forschungsunternehmen Chainalysis, sieht in der ETF-Zulassung ein Zeichen zunehmender „institutioneller Reife“ im Kryptomarkt, die in früheren Bullenmärkten fehlte. Zusätzlich befeuern laut James Knightley, Chefvolkswirt bei ING, die hohen Inflationsraten in den USA die Nachfrage nach Bitcoin als Inflationsschutz. Der allgemeine Boom bei Technologieaktien habe Anleger zudem zu risikoreicheren Anlagen wie Bitcoin gelenkt.
Die Frage nach der Nachhaltigkeit des aktuellen Preisanstiegs bleibt jedoch offen. Neil Wilson, Chefanalyst beim Brokerhaus Finalto, warnt, dass parabolische Marktbewegungen, wie der derzeitige Bitcoin-Anstieg, nicht ewig anhalten können. Er erwartet eine Konsolidierung oder Korrektur des Kurses. Gleichzeitig verweist er auf das bevorstehende „Halving“-Ereignis, bei dem die Menge der neu geschürften Bitcoins halbiert wird. Historisch gesehen führte dieses Ereignis zu Preisanstiegen, da das reduzierte Angebot den Preis nach oben treibt.
Die Rolle von Stablecoins, wie im Makroprudenziellen Bulletin der EZB erläutert, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor im Krypto-Ökosystem. Sie fungieren als Liquiditätsgeber in DeFi-Anwendungen und als Brücke für den Handel mit Krypto-Assets. Die Dominanz von Tether im Stablecoin-Markt und dessen Bedeutung für den Bitcoin-Handel verdeutlicht die Verflechtung der verschiedenen Segmente des Kryptomarktes. Die EZB warnt jedoch vor den potenziellen Risiken, die von Stablecoins ausgehen, insbesondere im Hinblick auf die Finanzstabilität.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Bitcoin-Markt trotz regulatorischer Unsicherheiten und der anhaltenden Skepsis einiger Experten eine positive Entwicklung zeigt. Die sinkenden Börsenzuflüsse und das nachlassende Verkaufsinteresse deuten auf eine mögliche Verknappung des Angebots hin. Gleichzeitig treiben Faktoren wie die ETF-Zulassung, die Inflation und der Tech-Boom die Nachfrage. Ob der aktuelle Preisanstieg nachhaltig ist, bleibt abzuwarten.
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