22.2.2025
Politik

Türkisches Interesse an BRICS-Mitgliedschaft: Strategische Neuausrichtung oder Druckmittel?

Die Türkei bekräftigt ihr Interesse an einer BRICS-Mitgliedschaft, um ihren globalen Einfluss zu stärken und neue Bündnisse jenseits des Westens zu schließen. Dieser Schritt wird im Westen mit Sorge beobachtet, da die Türkei NATO-Mitglied ist und ihr Engagement im Bündnis infrage gestellt wird. Ankara sieht die BRICS-Bewerbung jedoch nicht als Abkehr vom Westen, sondern als Teil einer diversifizierten Außenpolitik zur Wahrung nationaler Interessen.

Türkei bekräftigt Interesse an BRICS-Mitgliedschaft

Die Türkei, Mitglied der NATO und Beitrittskandidat der EU, hat erneut ihr Interesse an einer Mitgliedschaft in der BRICS-Gruppe unterstrichen. Wie Cryptopolitan berichtet, verfolgt Ankara damit das Ziel, seinen globalen Einfluss auszubauen und neue Bündnisse jenseits der traditionellen westlichen Partner zu knüpfen. Besonders bemerkenswert ist dieser Schritt, da die Türkei das erste NATO-Mitglied in der Organisation wäre. Präsident Erdoğan hatte bereits 2018 während des 10. BRICS-Gipfels in Johannesburg, Südafrika, erstmals Interesse an einer Mitgliedschaft signalisiert.

Die Türkei diversifiziert seit langem ihre internationalen Partnerschaften. Dies zeigt sich in ihrem gleichzeitigen Streben nach einer EU-Mitgliedschaft und engeren Beziehungen zum Westen sowie ihrem Engagement in Organisationen wie der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). Der Wilson Center beschreibt diese Doppelstrategie als zentralen Bestandteil der komplexen, aber vorteilhaften außenpolitischen Ausrichtung der Türkei.

Die Beziehungen der Türkei zu Russland sind vielschichtig und geprägt von sowohl Kooperation als auch gegensätzlichen Positionen in Stellvertreterkriegen. Die Türkei ist stark von russischem Erdgas abhängig, was ihre wirtschaftliche Anfälligkeit verdeutlicht. Gleichzeitig pflegt sie durch ihre NATO-Mitgliedschaft und das Zollabkommen mit der EU enge wirtschaftliche und sicherheitspolitische Verbindungen zum Westen. Diese Verbindungen bieten der Türkei strategische Vorteile in Verhandlungen mit den BRICS-Staaten und dem Globalen Süden.

In westlichen Hauptstädten wird die BRICS-Bewerbung der Türkei mit Sorge betrachtet. France 24 berichtet, dass dieser Schritt Fragen nach Erdoğans Engagement für die NATO aufwirft. Die Türkei spielt aufgrund ihrer strategischen Lage zwischen Europa und Asien eine wichtige Rolle im Bündnis. Die Ukraine-Krise im Norden und die Gaza-Krise im Süden unterstreichen die geopolitische Bedeutung der Türkei.

Experten sind sich uneinig über die Interpretation der türkischen BRICS-Bewerbung. Manche sehen darin ein Zeichen der Frustration über den stockenden EU-Beitrittsprozess. Andere vermuten, Erdoğan wolle durch die Annäherung an die BRICS Druck auf die EU ausüben. Wie die Deutsche Welle analysiert, könnte diese Strategie jedoch auch nach hinten losgehen und das Misstrauen der EU-Staaten gegenüber der Türkei verstärken.

Die Türkei hat in den vergangenen Jahren durch den Kauf des russischen S-400-Luftabwehrsystems und die Blockade der schwedischen NATO-Mitgliedschaft für Spannungen mit ihren westlichen Verbündeten gesorgt. Trotzdem bleibt die Türkei aufgrund ihrer strategischen Lage ein wichtiger Partner für die NATO und die USA.

Wie Foreign Policy analysiert, signalisiert die Türkei mit ihrer BRICS-Bewerbung dem Westen, dass sie nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollte. Ankara gehe es nicht darum, die Beziehungen zum Westen abzubrechen, sondern sie im Rahmen breiterer und diversifizierter Allianzen neu zu gestalten, die den langfristigen nationalen Interessen der Türkei dienen.

Quellen:

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