Der chinesische KI-Startup DeepSeek schränkt den API-Zugriff aufgrund enormer Nachfrage und Serverüberlastung ein, um die Stabilität zu gewährleisten. Der Chatbot des Unternehmens hat weltweite Aufmerksamkeit erlangt und die Diskussion um KI-Exportbeschränkungen angeführt, während DeepSeeks niedrige Preise die Konkurrenz beunruhigen. Die Popularität führte auch zu Verboten der Nutzung auf Regierungsgeräten aufgrund von Sicherheitsbedenken.
Der chinesische KI-Startup DeepSeek sieht sich gezwungen, den Zugriff auf seine API einzuschränken, um der enormen Nachfrage gerecht zu werden. Bloomberg zufolge hat das Unternehmen vorübergehend die Möglichkeit für Nutzer deaktiviert, ihre API-Guthaben aufzuladen, um "größere Auswirkungen" auf die Service-Stabilität zu vermeiden. Bereits vorhandene Guthaben können jedoch weiterhin verwendet werden. DeepSeek bittet auf seiner Website um Verständnis für diese Maßnahme und erklärt, dass die Serverkapazität durch die unerwartet hohe Nachfrage seit der Vorstellung des Chatbots Ende Januar stark belastet ist. Cryptopolitan.com berichtet, dass der Chatbot, der laut DeepSeek zu einem Bruchteil der Kosten der Konkurrenz entwickelt wurde, weltweit für Aufsehen sorgte und einen Ausverkauf von Tech-Aktien im Wert von 1 Billion US-Dollar auslöste.
Die Popularität von DeepSeek-v3, dem KI-Modell des Unternehmens, ist explosionsartig gestiegen, da es menschenähnliche Texte generieren und diverse Anwendungen wie Übersetzung, Inhaltserstellung und Automatisierung ausführen kann. Techresearchonline.com berichtet, dass DeepSeek zuvor die Neuregistrierung von Nutzern auf Personen mit einer Telefonnummer auf dem chinesischen Festland beschränkt hatte. Der Hype um den chinesischen Chatbot hat nicht nur zu Kursverlusten bei US-amerikanischen und europäischen Technologieaktien geführt, sondern auch die USA dazu veranlasst, ihre Exportbeschränkungen für KI-Chips zu überprüfen. US-Beamte untersuchen derzeit, ob DeepSeek Nvidia-Chips über Dritte in Singapur erworben hat, um die Beschränkungen zu umgehen. Dev.ua berichtet zudem, dass die US-Regierung plant, die Nutzung des DeepSeek-Chatbots auf Regierungsgeräten zu verbieten, da Sicherheitsbedenken bestehen, dass die App Nutzerinformationen an die chinesische Regierung weitergeben könnte.
Die niedrigen Preise von DeepSeek haben einige Konkurrenten alarmiert. PYMNTS berichtet, dass die Rabatte für den Zugriff auf das Modell am 8. Februar enden. Danach kostet der Zugriff 2 Yuan pro Million Input-Token und 8 Yuan pro Million Output-Token. Sobald das Reasoning-Modell online geht, werden die Gebühren 4 Yuan pro Million Input-Token und 16 Yuan pro Million Output-Token betragen. Während DeepSeek den Zugriff auf sein Modell einschränkt, beschränken einige Regierungen den Zugriff ihrer Mitarbeiter auf DeepSeek. PYMNTS berichtet weiter, dass die US-Abgeordneten Darin LaHood und Josh Gottheimer die Einführung eines Gesetzesentwurfs planen, der die Nutzung von DeepSeek auf staatlichen Geräten verbieten würde. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Australien, Taiwan und Italien sowie im US-Bundesstaat Texas, während DeepSeek in Belgien, Frankreich, Irland und Südkorea untersucht wird.
Die Entwicklung von DeepSeek-R1, einem auf Argumentation spezialisierten KI-Modell, wurde von The Register detailliert beschrieben. Das Modell basiert auf DeepSeek-V3 und wurde mittels Reinforcement Learning trainiert, um Chain-of-Thought-Argumentation zu verwenden. DeepSeek behauptet, dass R1 in verschiedenen Benchmarks mit OpenAI's GPT-3 mithalten und dessen Leistung im MATH-500-Test sogar übertreffen kann. Das Unternehmen bietet auch kleinere, destillierte Versionen des Modells an, die auf Llama 3.1-8B oder 3.3-70B von Meta bzw. Qwen 2.5 von Alibaba basieren. Diese Modelle sind frei auf Hugging Face unter der MIT-Lizenz verfügbar.
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