US-Präsident Trump hat einen Plan für Gegenzölle unterzeichnet, der Vergeltungszölle auf Importe aus Ländern vorsieht, die Zölle auf US-Güter erheben. Experten warnen vor negativen Folgen für amerikanische Verbraucher und Unternehmen, während die Märkte verhalten reagierten. Trump begründet die Zölle mit dem Ziel fairer Handelsbedingungen und will die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Hersteller stärken.
US-Präsident Donald Trump hat einen Plan unterzeichnet, der die Erhebung von Gegenzöllen auf Importe aus Ländern vorsieht, die ihrerseits Zölle auf US-Waren erheben. Wie Medien wie CNBC und AP News berichten, erfolgte die Unterzeichnung im Oval Office. Trump betonte, dies sei ein Schritt zu fairen Handelsbedingungen. „Sie erheben eine Steuer oder einen Zoll auf uns, und wir erheben sie auf sie“, zitierte CNBC Trump. Der Plan sieht vor, nicht-tarifäre Handelspraktiken anderer Länder als unfaire Handelspraktiken einzustufen, die Vergeltungszölle rechtfertigen. Dazu gehören unter anderem Mehrwertsteuern und andere Praktiken, die das Büro des US-Handelsvertreters als unfaire Handelsbeschränkungen betrachtet.
AP News zufolge zielt Trumps Plan darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit von US-amerikanischen und ausländischen Herstellern anzugleichen. Experten warnen jedoch, dass die neuen Zölle letztendlich von amerikanischen Verbrauchern und Unternehmen getragen werden könnten, entweder direkt oder durch höhere Preise. Die Zollpolitik könnte sich für Trump als Bumerang erweisen, wenn sie die Inflation anheizt und das Wachstum bremst. Dies stellt ein Risiko für einen Präsidenten dar, der seine Kontrolle über die US-Wirtschaft demonstrieren möchte. Einem anonymen hochrangigen Beamten des Weißen Hauses zufolge könnten die für die Zölle notwendigen Prüfungen innerhalb weniger Wochen oder Monate abgeschlossen sein. Die möglichen Steuererhöhungen auf Importe und Exporte könnten im Vergleich zu den relativ moderaten Zöllen, die Trump in seiner ersten Amtszeit eingeführt hat, erheblich sein.
Wie Forbes berichtet, hatte Trump bereits zuvor globale Zölle von 25 % auf alle Stahl- und Aluminiumimporte eingeführt. Zusätzlich erhob er 10 % Zoll auf chinesische Importe aufgrund der Rolle Chinas bei der Herstellung des Opioids Fentanyl. Er bereitete auch Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko, den beiden größten Handelspartnern der USA, vor, die im März in Kraft treten könnten, nachdem sie für 30 Tage ausgesetzt wurden. Darüber hinaus hob er am Montag die Ausnahmen von seinen Stahl- und Aluminiumzöllen aus dem Jahr 2018 auf und erwog neue Zölle auf Computerchips und Arzneimittel.
Foreign Policy beschreibt Trumps Schritt als radikale Herausforderung der bestehenden Handelsregeln der Welthandelsorganisation. Auch Washingtons Partner bleiben nicht verschont. US-Verbündete seien im Handel oft "schlimmer als unsere Feinde", sagte Trump. Der Handelsberater des Präsidenten, Peter Navarro, hob insbesondere die Europäische Union als schuldig an "schädlichen" Handelsdefiziten hervor. Indien könnte zu den am stärksten betroffenen Ländern gehören. Neu-Delhi erhebt hohe Zölle auf US-Importe, mit einem gewichteten Durchschnittszoll von 9,5 Prozent. Trump bezeichnete Indien zuvor als den "Zollkönig". Um Trumps Gunst zu gewinnen, plante der indische Premierminister Narendra Modi Berichten zufolge, "Geschenke" zu seinem Treffen mit Trump im Weißen Haus mitzubringen – darunter Zusagen für erhöhte Käufe von US-Flüssigerdgas, Kampffahrzeugen und Triebwerken sowie mögliche Zollsenkungen in mindestens einem Dutzend Sektoren.
Cryptopolitan berichtet, dass die Märkte verhalten auf Trumps Plan für Gegenzölle reagierten. Während der Sitzung am Donnerstag stieg der S&P 500 um 1,04 %, der Nasdaq Composite um 1,5 % und der Dow Jones Industrial Average um 0,77 % und erreichte genau viermal Session-Hochs. Die 10-jährige US-Treasury-Rendite fiel um neun Basispunkte, während die australischen und neuseeländischen Anleiherenditen am frühen Freitag ebenfalls zurückgingen. Der US-Dollar fiel gegenüber anderen Industrieländerwährungen um 0,7 %, während der Yen im Donnerstagshandel um 1,1 % zulegte. Der kanadische Dollar erreichte ein neues Jahreshoch, da Anleger über die Auswirkungen von Trumps Zollplan auf den nordamerikanischen Handel spekulierten.
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